Bevor Steinkohle und Koks kamen, hing an der Holzkohle alles: Eisen, Glas, Kupfer, Salz. Hergestellt wurde sie im Wald, von Leuten, die dort auch wohnten, und nach einem Verfahren, das sich seit der Antike kaum verändert hat.
Der Meiler ist ein Bauwerk auf Zeit: aufgeschichtet, abgedeckt, zwei Wochen bewacht und danach vollständig verschwunden.
Holzkohle entsteht, wenn Holz unter Luftabschluss erhitzt wird. Die Kunst besteht darin, genau so viel Luft zuzulassen, dass die Hitze für den Vorgang reicht, und so wenig, dass der Stapel nicht abbrennt. Der Köhler regelt das über Löcher in einer Erddecke, und er regelt es Tag und Nacht.
Wie ein Meiler gebaut wird
In der Mitte steht ein senkrechter Schacht, der Quandel. Um ihn herum wird Holz in zwei oder drei Lagen kegelförmig aufgestellt, bis ein Haufen von mehreren Metern Durchmesser entsteht. Darüber kommt Laub oder Reisig, darüber die Stübbe: ein Gemisch aus Erde und Kohlenstaub früherer Meiler, das die Decke dicht macht. Durch den Quandel wird angezündet, dann wird er verschlossen. Von diesem Moment an ist der Meiler ein geschlossenes System, das nur noch über gestochene Zuglöcher gesteuert wird.
Stübbe aus Erde und Kohlenstaub dichtet die Decke. Sie stammt vom Platz des vorigen Meilers.
Zwei Wochen ohne Schlaf
Ein mittlerer Meiler schwelt zehn bis vierzehn Tage bei vierhundert bis fünfhundert Grad. In dieser Zeit darf er nicht allein bleiben: Sackt die Decke, muss nachgefüllt werden, zieht es zu stark, werden Löcher geschlossen. Die Farbe des Rauchs sagt, wie weit der Vorgang ist, weiß am Anfang, wenn Wasser austritt, blau gegen Ende. Deshalb standen Köhlerhütten direkt am Platz, und deshalb ist der Beruf sprichwörtlich einsam geblieben.
Was am Ende übrig bleibt
Aus dem Holz wird, je nach Art und Führung, ungefähr ein Fünftel bis ein Viertel der ursprünglichen Masse an Kohle. Dafür steigt der Energiegehalt je Kilogramm deutlich, und die Kohle brennt ohne Flamme und ohne Rauch. Genau das brauchten Schmieden, Glashütten und Erzhütten. Welche Hölzer dafür überhaupt in Frage kommen und worin sie sich unterscheiden, ordnet ein Holzmagazin in seinem Beitrag Holzarten im Überblick. Dasselbe Prinzip, nur in einem gemauerten Ofen und mit einem anderen Rohstoff, beschreibt der Beitrag über Kokosschalenkohle aus Südostasien.
Kulturerbe seit 2014
Die Köhlerei und die Teerschwelerei wurden 2014 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Getragen wird das Handwerk heute von Vereinen im Harz, im Sauerland, im Schwarzwald und in der Eifel, die Meiler öffentlich aufsetzen und das Wissen an jüngere Köhler weitergeben. Es ist eines der wenigen Handwerke, deren Fortbestand nicht am Werkzeug hängt, sondern an der Erfahrung, wann man ein Loch sticht.
Warum Glashütten in den Wald zogen
Holzkohle ist teuer zu transportieren, weil sie viel Volumen bei wenig Gewicht hat, und sie zerbröselt unterwegs. Deshalb zogen die Verbraucher zur Kohle und nicht umgekehrt: Glashütten wurden dorthin gebaut, wo Wald stand, und wanderten weiter, wenn er abgeholzt war. Der Beitrag über Glas aus Hebron und Böhmen zeigt, was daraus in den böhmischen Wäldern geworden ist. Die Werkstoffe, die aus solchen Öfen kamen, listet die Übersicht über Bauteile und ihre Werkstoffe auf.
Die Tag-Seite als Materialkarte
Der Ausdruck Shisha-Kohle bündelt mehrere Dinge, die nicht verwechselt werden sollten: Holz- oder Schalenkohle als Ausgangsstoff, gebrochene Stücke, gepresste Briketts, Anzündmaterial und die Asche nach dem Erhitzen. Jede Form besitzt eine andere Produktionsgeschichte. Eine Materialkarte fragt deshalb nach Rohstoff, Prozess, Form, Bindemittel und Reststoffen, bevor sie das schwarze Stück als einheitliches Produkt beschreibt.
Sauerstoff, Wärme und Asche
Bei der Verkohlung wird organisches Material unter Sauerstoffmangel erhitzt. Zu viel Luft führt in Richtung Verbrennung, zu wenig oder ungleichmäßige Wärme hinterlässt unverkohlte Bereiche. Nach dem Abkühlen werden Stücke sortiert, gemahlen oder gepresst. Die FAO und UNIDO dokumentieren verschiedene Gruben-, Trommel- und Ofenverfahren und machen zugleich deutlich, dass Rauchführung und Standort wichtige Umweltfragen sind. Eine Zahl zu Ausbeute oder Aschegehalt gehört daher immer zu einem benannten Verfahren.
Gesundheitlicher Kontext
Die Kohle ist nicht nur ein Werkzeug, sondern eine zweite Rauchquelle. Kohlenmonoxid und andere Verbrennungsprodukte kommen zum Rauch des Tabakerzeugnisses hinzu. Die WHO beschreibt Wasserpfeifenrauch deshalb als gesundheitlich belastet und weist die Vorstellung zurück, dass das Wasser die Risiken zuverlässig herausfiltere. Die Beiträge dieser Seite bleiben bei Geschichte und Materialkunde; sie enthalten keine Anleitung und keine Empfehlung. Für die Herstellungsfolge ist die ausführliche Kohlenotiz verlinkt.